02 Juni 2018

Frühlingspost 2018

Auch dieses Jahr habe ich mich bei Postkunstwerk zur Frühlingspost angemeldet. Thema war der Walzendruck und die Farbe "Morgentau". Die Motivwalze soll selbst gemacht sein und neben der blassen graugrünen Farbvorgabe durfte eine weitere verwendet werden.

Anders als bei den bisherigen Projekten von Tabea und Michaela war ich die letzte in der Liste, was mich wirklich freute und ich dachte so bei mir "puh, endlich genügend Zeit, alles entspannt angehen prima!" Ich fing direkt mit meinen ersten Versuchen an, hatte die den Farbton 450 helloliv von Reeves gekauft, den mir Eva in ihrem Workshop vorstellte. Ich sammele eigentlich alles, was ich irgendwie weiter verwerten kann, so auch Packpapiere von Bestellungen. Einen ganzen Stapel blaues Packpapier nahm ich dazu und grundierte mit einem Plastikspatel in olivgrüner Acrylfarbe.



Nun hieß es ein Motiv mit der Walze aufdrucken. Ich habe mir selbstklebendes Mossgummi gekauft, das schien mir die einfachste Lösung. Zuerst schnitt ich mit der Schere ein paar Formen aus und probierte, dann kam ich auf die Idee, dass ich ja eine Big Shot und viele Stanzformen habe. Ich suchte eine einfache Form für ein Muster raus und stanzte sie ein paar Mal aus. Dann klebte ich sie auf eine Toilettenpapier-Rolle und walzte los. Das gefiel mir schon ganz gut, aber ich war nicht glücklich damit. Ich probierte weiter, veränderte das Muster und nahm eine noch eingeschweißte Papierrolle als Walze.











Erst jetzt fing ich damit an darüber nachzudenken, was für mich eigentlich "Frühling" ausmacht. Es sind die Vögel, die morgens zwitschern, plötzlich wieder meine Terrasse auf der Suche nach Nestbaumaterial oder Futter besuchen und die Schwalben, die am frühen Abend in einer Horde á la Hitchcock umherschwirren. Also, es müssen Vögel sein!
Ich schnitt mit der Schere vier Vögel aus Moosgummi aus und klebte sie auf die Geschenkpapierrolle. Ein paar wenige Testdrucke versprachen gutes :) Ich entschied mich erst mit einem Gelb zu walzen, das sah aber nicht gut aus und ich nahm einen braunen Ton.






Cool, Drucke fertig dachte ich....noch jede Menge Zeit ehe ich dran bin. Die ersten Drucke von meinen Postkunstfrühlingsfrauen trafen ein, allesamt wunderschön und einzigartig. Nachdem die Drucke ein paar Wochen in meinem Atelier lagen, sah ich sie mir wieder an. Ehrlich?? Es sieht auf dem Foto 1000 Mal schöner aus als in echt und ich wußte, ich muss was neues machen, damit ich zufrieden bin. Aber Vögel sollten es bleiben. Ich ging in meinen Schränken auf die Suche und fand eine wunderschöne Stanzform, die einen Kolibri zeigt. Genau die richtige Größe für einen Druck. Den nehm ich! Ich stanzte zwei Kolibirs aus, klebte sie auf meine Druckwalze und startete einen Probedruck. Ja! Das gefällt mir. Der violette Ton sollte es bleiben, meine Lieblingsfarben sind grün und lila.



Nun war mir aber leider die Reeves Acrylfarbe ausgegangen, sie hätte nicht mehr für alle Papiere gereicht, also mischte ich mein eigenes Morgentau mit Acrylfarben zusammen, grundierte die weißen Papier mit einer Scheckkarte und liess sie trocknen. 







Anschließend druckte ich die Kolibris auf. Es gab beim Walzen nicht nur Kolibris als Ergebnis, sondern auch Farbflecken von den Enden der Walze. Ich persönlich finde, dass das den Touch des selbst gemachten verleiht und mag es so.





Dann habe ich jeden Kuvert noch einmal bewalzt und mit meinem Zeigefinger die olivgrüne Farbe 
auf gedruckt.



Aus den Resten der Fehldrucke bastelte ich die Karten für den Gruß. Ich grundierte blanko Karteikarten mit dem Rest helloliv und heftete sie auf Aquarellpapier. Dann Stanzte ich je zwei Kreise aus, klebte sie auf und malte mit einem schwarzen Filzer Stämme und Blätter an die Blümchen. Jedem Kuvert gab ich noch einen ca. DIN A4 großen Druck meiner ersten Vögel bei.


Ich hoffe das Euch mein Frühlingsbeitrag gefallen hat. 


Liebe Grüße und ganz ganz ganz viiieeelen herzlichen Dank für Eure Post!! 





















12 März 2018

Letter Journal 1

Über Elas Blog bin ich in eine Letter Journal Gruppe gekommen. Danke dafür :)

Die Gruppe hat 5 Teilnehmerinnen, von dene jede 1 Journal anfertigt, welches dann reihum zu den anderen zur Weitergestaltung verschickt wird, bis man am Ende sein fertig gestaltetes Journal in den Händen hält.

Für mich ist es das allererste Mal, dass ich ein Letter Journal gemacht habe. Ich benutze einfaches Kopierpapier, welches ich mit Gesso grundierte und so mein Cover und die beiden Doppelseiten (Cover-Innenseiten + erste/letzte Seite) gestaltete. Ich ging dabei ganz spontan vor und nahm so eine kleine Zeichnung mit, an der ich auf dem Weg zum meinem Arbeitsplatz vorbeikam: der fliegende Hund. Nachdem ich den Hintergrund vom Cover gestaltet hatte, übertrug ich den Hund auf ein Gelliprint-Papier, schnitt ihn aus und klebte ihn auf. Er bekam eine bunte Nase und das Cover eine Berglandschaft in ähnlichen Farben aus Papieren, die ich noch hier liegen hatte. Ich fand in einer alten Flow einen passend Satz für vorne und einen Stempelabdruck "Kreieren? Jederzeit! Haushalt? Hat Zeit" den ich auch sehr passend fand ;) Für diesen Spruch machte ich ein kleines Schild in Herzform. Dann klebte ich noch ein Stück Faden als Leine auf und umrandete die Konturen mit einem schwarzen Filzstift.
Umschlag vorne

Umschlag hinten



Dummerweise habe ich das Cover gleich auch auf der Rückseite gestaltet, aber nicht bedacht, dass nach der Bindung nur je die Hälfte zu sehen sein wird, nämlich ganz innen vorne links und hinten ganz rechts. Somit war meine Gestaltung dahin und ich musste mir etwas überlegen...

Dazu habe ich das Journal erst mal mit einer einfachen Rückenstich-Heftung gebunden und danach zu Ende gestaltet. Hier ging ich auch ganz spontan vor und zerschnipselte von mir gestaltete Papier, die mir gerade in die Finger fielen.

Umschlag gesamt mit Heftung


Umschlag innen und Seite 1

Letzte Seite und Umschlag innen 

Inzwischen habe ich in drei Letter Journals von anderen Teilnehmerinnen je zwei Doppelseiten gestaltet, aber dazu mehr demnächst.




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26 Januar 2018

Bogi mag's neuerdings bunt

Jahrelang habe ich fotografiert, natürlich in schwarz-weiß. Dann schlug das Schicksal zu, das zu erläutern würde hier den Rahmen sprengen...jedenfalls hörte ich mit der Fotografie auf und orientierte mich beruflich um. Ich war lange traurig und haderte, ob meine Entscheidung die richtige war.
Was soll ich sagen? Nun, bis heute habe ich es nicht bereut und gefehlt hat mir das Fotografieren auch nicht - im Gegenteil: dadurch bin ich zur Farbe und zu Materialien gelangt, die bei mir in den Schränken vor sich hin vegetierten. Stifte, Farben, Pinsel, Kreiden und die ganzen Sachen, die ich über die Jahre mit geschleppt hatte, kommen auf einmal wieder zum Einsatz. Die meisten Sachen sind noch vom Kunststudium übrig geblieben und nach fast 30 Jahren nicht mehr wirklich die besten. Ich habe mir kurzerhand neue Farben und Pinsel gekauft. Ist das herrlich!!! Diese Farben!!!! Wenn ich früher malte, dann tatsächlich auch hauptsächlich mit schwarzer und weißer Acryl- oder Ölfarbe, in die ichwenig dosiert Pastellkreiden mischte. Heutzutage sind die herrlichsten Farben auf dem Markt :) Ich entschied mich für eine Reihe Liquitex Acrylfarben und Dylusion Paints.

Heute habe ich wieder für Carlas Kurs gemalt. Ohne Pinsel. Richtig: ohne. Gemalt habe ich mit meiner alten EC-Karte und das ist dabei heraus gekommen. Schön bunt nicht wahr??


16 Januar 2018

sparkling love

Zwei Begriffe, um ein Bild zu gestalten: sunglasses und sparkling, so die Aufgabe von Carla Sonheim. Da ich gerade nicht all zu viel Zeit habe, habe ich eine schnelle Bearbeitung eines Fotos mit Photoshop gemacht.

Auch nach 27 Jahren knistert es noch so manches Mal ;)


09 Januar 2018

neugierig


Mein Adjektiv des Tages, entstanden als Aufgabe des 365-Tage Kurs mit Carla.
Ich finde es eine tolle Eigenschaft, neugierig zu sein. Lernen zu wollen und offen zu sein sind zwei Dinge die ich damit verbinde. Aber auch ganz viel Kindsein, denn die sind immer neugierig :)




06 Januar 2018

Russel Foller

Gestatten, mein Name ist Russel Foller, ich bin ein Hammerhai.


Heute hat der 365-Tage Onlinekurs von Carla Sonheim begonnen. Ich habe schon sehnlichst darauf gewartet, dass es los geht ;) Heute stellte sie eine Fadentechnik für Wasserfarben vor und das ist dabei raus gekommen. Zu jedem Kurs gibt es immer eine geschlossen Facebook-Gruppe mit Teilnehmern aus der ganzen Welt. Die Sprache dort ist englisch und als ich erzählte, dass ich meine Farbwalze nicht fand und stattdessen mit einem leeren Fusselroller arbeitet, fanden die Leute das deutsche Wort so lustig. Auf diese Weise kam der Hai zu seinem Namen ;) Ist das nicht klasse?? Hier die Fusselrolle und die Zeichnung, die durch das Abmalen einer Ingwerwurzel entstand.





23 Dezember 2017

Alle Karten sind da!!

Ein Post muss noch sein, auch wenn ich mich für dieses Jahr verabschiedet habe, denn alle Karten aus der Adventpost-Aktion von Post-Kunst-Werk sind angekommen :D
Es ist eine wunderbare Sammlung geworden und ich bin beeindruckt wie verschieden schön die Streifenvorgabe interpretiert wurde. Manche entzücken durch ihr Leuchten, manche durch ihre Haptik, aber wirklich ALLE sind ganz ganz toll geworden und haben mir das Wachten aufs Christkind versüßt. Vielen Dank liebe Grupp 5 ;)

Hier zeige ich alle Karten, deren Rückseiten ebenso liebevoll gestaltet wurden.









21 Dezember 2017

2017 --> 2018

Vielen herzlichen Dank an alle Teilnehmer der Gruppe von der Post-Kunst-Werk Aktion im Advent!!
Ich habe eine wahnsinnig schöne Sammlung erhalten und mich sehr über jede einzelne Karte gefreut!

Nun möchte ich mich mit ein paar sehr persönlichen Worten, weil ich nach außen transparenter werden will, bis zum nächsten Jahr aus meinem Blog verabschieden und wünsche allen meinen Lesern und Leserinnen ein tolles Weihnachtsfest und viel kreative Energie für das neue Jahr.

Es war ein verrücktes Jahr mit vielen Tiefen, aber auch Höhen und unerwarteten Ereignissen. Ich gehöre zu den Menschen die sich tagtäglich, stündlich, minütlich reflektieren, doch immer wieder tappe ich in die selben alten allen Fallen. Das bemerke ich - bislang noch - leider immer erst hinterher. Doch ich arbeite hart daran meine Muster zu erkennen und dementsprechend mein Leben zu bewältigen. Das ist angesichts meine gesundheitlichen Situation nicht wirklich einfach, denn ich leide, neben einigen chronischen Autoimmunerkrankungen, an der bipolaren Störung. Diese Krankheit schränkt mich im Alltag am aller heftigsten ein. Psychische Krankheiten sind auch heute leider noch ein großes Tabuthema und es wird wenig darüber gesprochen. Ist man selbst erkrankt, will man es nicht öffentlich machen - ist man nicht selbst erkrankt, möchte man nichts damit zu tun haben. Ich habe immer habe selbst immer noch Schwierigkeiten damit, meine "Macken" als Krankheit zu akzeptieren. Eigentlich kann und darf ich es jemanden, der dies auch tut, nicht übel nehmen...tu ich aber. Denn ich fühle mich oft einfach nur hilflos und unverstanden, so dass ich bei Ablehnung oder Kritik schnell empfindlich reagiere. Die Diagnose "Bipolare Störung" bekam ich vor wenigen Jahren nach einer Odyssee von Besuchen bei diversen Ärzten und Psychologen. Es hat locker mal 25 Jahre gebraucht, bis die richtige Diagnose gestellt wurde. Seither bin ich mit Medikamenten gut eingestellt, habe meine Vertrauenspersonen im medizinischen und psychologischen Bereich gefunden und kann relativ gut damit leben. Doch hin und wieder kommen die dunklen Tage, an denen nichts, aber auch rein gar nichts geht. Ich muss lernen damit umzugehen, denn leben muss ich damit mein Leben lang, es ist unheilbar. Zum Glück (oder auch nicht?) habe ich wenige Manien, also Hochphasen, dafür aber eben oft depressive Episoden. In diesen Episoden sind meine für mich am bedeutendsten Kunstwerke entstanden. Sie haben mir geholfen, ich stelle hier ein paar aus der Reihe "Diary Drawings" vor. Ausgangsbild ist ein fotografische Selbstporträt aus dem Jahr 2008, welches ich bewußt pur gehalten habe. Dies drucke ich meistens auf Papier aus und bearbeite es je nach Gefühlslage. Immer wenn ich nicht weiter weiß, ich dies ein Mittel, mir auf die Schliche zu kommen. Ich gehe spontan dabei vor und lasse mich ganz vom Bauchgefühl leiten. Mir ist bewußt, dass die Arbeiten teilweise heftig wirken. Betrachtet sie als bittere aber wirksame Medizin ;)

LG Bogi